Was ist Narkolepsie




Narkolepsie wird im Volksmund als Schlafkrankheit bezeichnet.
Das hervorstechende Symptom ist eine lebenslang bestehende
Einschlafneigung mit Schlafanfällen in den ungewöhnlichsten Situationen.
Die Krankheit beeinträchtigt die Lebenserwartung nicht, kann
jedoch erhebliche berufliche, familiäre und persönliche Probleme
verursachen, da sie die Lebensführung der Betroffenen doch mehr oder
weniger stark beeinträchtigt.

Etwa 6-8 von 10000 Menschen in Deutschland leiden an Narkolepsie.
Diese seltene Krankheit äußert sich durch unvermittelt zwanghaft
autretende Schlafattacken.Diese Schlafattacken dauern meistens zwischen
10 und 20 Minuten.Die Erkrankten sind aus diesem Schlaf leicht
aufzuwecken und fühlen sich zunächst auch wieder ausgeschlafen.

Bei sehr intensiven Gefühlsausbrüchen wie z.B. Freude und Ärger oder auch
Lachen kann es zur plötzlichen Erschlaffung der Körpermuskulatur kommen.
Je nach schwere des Anfalls kann die Erschlaffung zu undeutlichem
Sprechen, Stimmverlust, Weichwerden der Knie oder zum vollständigen
Zusammensinken kommen. Bei manchen Erkrankten treten zudem beim
Einschlafen oder Aufwachen Halluzinationen und automatische
Verhaltensweisen auf.
Bei einem Kataplektischen Anfall muß kein Arzt gerufen werden, da die
Muskelkraft nach kurzer Zeit wiederkehrt.

Die Erkrankung beginnt häufig in der Pubertät oder im jungen Erwachsenenalter.
Die Erkrankung wird meistens erst spät erkannt, da sie am Anfang meist
unauffällig in Form von Schlafanfällen in Situationen auftritt, in denen auch
ein gesunder Mensch leicht einschläft.

Einige Symptome der Narkolepsie





Tagesschläfrigkeit:

Entweder ist die Tagesschläfrigkeit ständig vorhanden oder sie tritt
in anfallsartigen Einschlafattacken von wenigen Minuten auf.
Ein kleines Schläfchen von 15-20 Minuten kann die Schläfrigkeit
häufig für ein paar Stunden beseitigen.
Die Einschlafneigung verstärkt sich wenn der Narkoleptiker keine
Möglichkeit hat zwischendurch ein paar Minuten zu schlafen.
Er fällt dann oft in einen Halbschlaf wobei er geistesabwesend
unsinnig erscheinende Handlungen ausführt.


Hypnagoge Halluzination:

Die Schlafepisoden des Narkoleptikers beginnen gegenüber den
normalen Schläfern mit dem REM-Schlaf.
Oft vermischen sich beim Einschlafen Inhalte des REM-Schlafes
( Muskelspannung, Traumwahrnehmungen ) mit dem Wachbewusstsein
und überlappen.
Der Narkoleptiker weiß in diesem Zustand nicht ob er schläft oder wach ist.


Kataplexie:

Kataplexie nennt man eine plötzliche Erschlaffung der Muskulatur.Hierbei
fällt der Körper des Narkoleptikers in die REM-Phase.
Diese Anfälle werden meistens durch eine Gemütsregung ( Freude,
Ärger, Lachen ) ausgelöst und wird "affektiver Tonusverlust " genannt.
Die Erschlaffung während eines Anfalls führt je nach Schweregrad zum
weichwerden der Knie, undeutlichem Sprechen oder Stimmverlust, oder
gar zum völligen Zusammensinken.
Das Bewusstsein wird bei einer Kataplexie nicht beeinträchtigt.


Schlaflähmung:

Der Narkoleptiker fällt bei intensiven Träumen in eine
Schlaflähmung ( Schlafparalyse ). Der Versuch aufzustehen scheitert,
weil sich der Körper in der Muskelerschlaffung der REM-Phase
befindet.Dieser Zustand kann sowohl beim Einschlafen wie auch beim
Erwachen auftreten.Der Narkoleptiker will wach werden, doch er
kommt aus dem Schlaf nicht raus.


Gestörter Nachtschlaf:

Für den gestörten Nachtschlaf ist ein apruptes Erwachen ohne
ersichtlichen Grund typisch.Der Narkoleptiker ist hierbei hellwach und
agil und verrichtet mitten in der Nacht irgendeine Arbeit.


Hier noch einige Anregungen:

Man sollte andauernde Müdigkeit nicht nur mit Überarbeitung oder zu
langem Aufbleiben begründen.
Dies ist gerade bei Jugendlichen häufig der Fall.
Wenn man von den oben beschriebenen Symptomen an sich etwas
erkennt oder zu erkennen glaubt sollte man ohne Scheu den Hausarst
aufsuchen.
Er kann dann für eine genaue Diagnose an die Neurologie überweisen.
Hier werden dann in der Regel eine Untersuchung im Schlaflabor
und andere Tests zur Diagnosestellung durchgeführt.Auf gar keinen Fall
sollte man den Gang zum Arzt meiden weil man Angst um seinen
Arbeitsplatz oder vor Auswirkungen in seinem persönlichen Umfeld hat.
Nach einer eventuell positiven Diagnose kann man bei richtig abge-
stimmter medikamentöser Einstellung eigentlich ein ( Ausnahmen sind
natürlich möglich ) relativ normales Leben führen.